IPv6
Plötzlich offline – nicht mit IPv6
Wer sich im Internet bewegt, ist stets über seine IP-Adresse identifizierbar. Sie hat die Form 123.456.78.90 (Varianten wie 123.45.6.78 sind ebenso möglich). Die IP-Adresse wird bei Privatanwendern bei jeder Einwahl neu vergeben. Zumindest theoretisch. Inhaber eines DSL-Anschlusses wechseln die IP durch Zwangstrennungen ihres Providers maximal zwei Mal pro Tag. Inhaber von Standleitungen – große Firmen, Universitäten, Serverbetreiber – gehen immer mit den selben IP-Adressen ins Netz.
Das Problem: Mit dem derzeit angewandten Protokoll IPv4 sind maximal 4.294.967.296 Kombinationen möglich – bald zu wenig für alle Teilnehmer im Internet. Die Lösung lautet IPv6: Dort werden die IP-Adressen die Form 2001:db8:0:8d3:0:8a2e:70:7344 haben. Sie sind also hexadezimal kodiert (bei IPv4 galt eine dezimale Kodierung). Die Verlängerung der IP-Adresse von 32 auf 128 Bit bringt einen großen Zuwachs von Kombinationsmöglichkeiten mit sich: Statt 232 Variationen sind bei IPv6 2128, also etwa 340 Sextillionen IP-Adressen möglich. Mehr als genug für lange Zeit.
Kritiker befürchten das Ende der (relativen) Anonymität im Internet, da die Adressen bei IPv6 jedem Gerät eindeutig zuweisbare MAC-Adressen sind. Um eine Teil-Anonymität wahren zu können, werden die IP-Adressen bei IPv6 über einen dynamisch wechselnden Teil verfügen.
